Schlagwort: Digitalisierung

  • Zwischenbilanz

    Zwischenbilanz

    Unterricht in Zeiten von Corona –Berufskollegs dank engagierter Lehrerinnen und Lehrer gut aufgestellt

    Die plötzlichen Schulschließungen vor gut drei Wochen haben gezeigt, wie wichtig eine funktionierende digitale Infrastruktur und eine Lernkultur, die auf Selbstständigkeit und Eigenverantwortung basieren, sind. Dank des umfangreichen Einsatzes der Lehrerinnen und Lehrern an den Berufskollegs wurden die bestehenden digitalen Infrastrukturen, meist mit privaten Mitteln, in Rekordzeit weiter ausgebaut, um den Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Ausbildungsbetrieben weiter zu halten.

    Die Krise hat gezeigt, dass eine angemessene schulische Betreuung der Schülerinnen und Schüler nur möglich ist, wenn umfänglich private Ressourcen zum Einsatz kommen. Es muss zeitnah noch intensiver daran gearbeitet werden, die digitalen Rahmenbedingungen zu optimieren. Beispielsweise müssen dem Lehrpersonal sowie den Schülerinnen und Schülern zukünftig digitale Endgeräte zum Erledigen ihrer Aufgaben zur Verfügung gestellt werden. Eine verlässliche und sichere Infrastruktur ist die Grundlage für einen erfolgreichen Unterricht in „distance –learning–Phasen“.

    Die Berufskollegs sind vergleichsweise gut aufgestellt

    Die Nutzung von Lernplattformen, wie beispielsweise moodle, imRegelunterricht ist und war an vielen Berufskollegs schon gängige Praxis, ebenso wie das Lernen an verschiedenen Orten. Aber auch vor diesem Hintergrund war es eine spontane Herausforderung, von Präsenzunterricht auf begleitende Lerneinheiten umzustellen. Die bisherigen Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen, der Schülerinnen und Schüler sowie der Betriebe sind fast ausschließliche positiv. Neben der Bereitstellung von Materialien und interaktiven Elementen(Foren, Chats, digitales Einsammeln von Aufgabenbearbeitungen usw.) werden auch vielfältig Videokonferenzen genutzt. Selbst eine Bildungsgangleitungsvideokonferenz mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist kein Problem.

    Wo Licht ist, ist auch Schatten

    Möglich war und ist dies nur durch die Tatsache, dass bereits in den Zeiten vor Corona aufgrund der beruflichen Bildung Digitalisierung in den Berufskollegs angekommen ist. Die an vielen Schulen noch mangelnde Infrastruktur spielt hier ausnahmsweise eine untergeordnete Rolle, es geht eher um die Bandbreite und Zugänge in heimischen Räumen. Auf Seite der Kolleginnen und Kollegen konnte man durch Eigeninitiative der letzten Jahre häufig auf Laptops mit integrierten Kameras und Mikrofonen zurückgreifen. Bei den Schülerinnen und Schülern hängt der Erfolg des distance-learning oft von der Bildungsbiografie, dem wirtschaftlichen und sozialen Umfeld ab.

    Eher Substitution als Transformation

    Die ad-hoc Situation hatte reflexartig die Zielrichtung den weggefallenen Präsenzunterricht zu kompensieren. Schlagartig haben sich die Kompetenzbereiche verschoben. In den Mittelpunkt rückten nun der Ausbau u.a. der Fachkompetenz, der Selbstorganisationskompetenz und der Medienkompetenz. Gelitten haben u.a. die Sozial-, Team-und Kooperations-und Handlungskompetenz. Dies zeigte schon in kurzer Zeit eindrucksvoll, wie wichtig auch in Zukunft „das Tool Schule“ sein wird!

    Sämtliche Versuche, digitale Medien einzusetzen, hatten hier eher substituierenden Charakter. Ob die Corona-Krise und die zwangsweise Auseinandersetzung mit digitalen Medien und Kommunikationsformen ein Antriebsmotor zur Veränderung von Lehr-Lern-Prozessen bleibt und wo wirklich Mehrwerte bis auf eventuelle Vorteile durch Zeit- und Ortsabhängigkeit sichtbar werden, wird sicherlich spannend.

    Zwischen Unterstützung und geschicktem Marketing

    Erfreulicherweise haben viele Unternehmen und Verlage mindestens für den Zeitraum der Unterrichtsaussetzung Angebote unterbreitet, kostenlos auf die digitalen Lehr-und Lernangebote zurückzugreifen. Wirklich positiv hervorzuheben ist, dass bei den meisten Angeboten die Inanspruchnahme nicht in einer Kosten-oder „Abofalle“endet. Häufig sind die Angebote befristet und laufen ohne automatische Verlängerung aus. Der vlbs begrüßt die unkomplizierte Unterstützung durch Unternehmen und Verlage.Sie ermöglicht zudem einen realistischen Einblick in die entsprechenden Materialien, wenngleich es auch mitunter ein zeitintensives Unterfangen war, die Materialien zu sichten. Achten Sie aber auf eventuelle Fallstricke im Kontext von In-App-Käufen!

    Datenschutz

    Im Eifer des Gefechts gerät vielleicht der Datenschutz aus dem Blick. Achten Sie bei der Nutzung von Diensten darauf, dass die DSGVO eingehalten und keine unzulässige Werbung platziert wird!

    Hilfreiche Plattformen oder Tools

    Moodle ist mit seinen Möglichkeiten hinlänglich bekannt. Diejenigen Schulen, die bereits Office365, nun Microsoft365 einsetzten, haben entsprechende Tools zum kollaborativen Arbeiten zur Verfügung. Schulen, die Microsoft Teams nutzen wollen, können dies bis Januar 2021 kostenlos tun.
    Für Videokonferenzen kann auch die WebEx Plattform von CISCO im Rahmen von covid19 kostenlos genutzt werden. Interessant könnten darüber hinaus für das kollaborative Arbeiten der sichere und datenschutzkonforme Anbieter Cryptpad sein. Dortlassen sich die Dokumente sogar mit einem Passwort verschlüsseln, so dass sie für Außenstehende nicht einsehbar sind. Als Ersatz für den Messenger WhatsApp kann man sich beispielsweise schul.cloud oder Schoolfox (kostenlose Nutzung bis Juli 2020) ansehen.Haben Sie auch interessante Hinweise oder Tools? Dann schreiben Sie uns!

    Sven Mundry
    Vorsitzender AK Digitalisierung

    Michael Suermann
    vlbs-Landesvorsitzender

    vlbs-App geht in die Erprobungsphase

    Um Ihnen einen verbesserten Service zu bieten, geht unsere App in die Erprobungsphase. Noch finden Sie die App nicht im App–Store, aber eine Installation ist trotzdem ein Kinderspiel. Wie Sie die App auf Ihr Mobiltelefon bekommen, finden Sie unter http://online.vlbs.nrw/

    vlbs –Ihr kompetenter Partner

  • AK-Digitalisierung konstituiert sich

    AK-Digitalisierung konstituiert sich

    Wie verändert die Digitalisierung die Arbeit von uns Lehrkräften? Welche Chancen ergeben sich aus der Digitalisierung? Welche Rahmenbedingungen müssen an den Berufskollegs vorherrschen, damit berufliche Bildung in der heutigen Zeit gelingen kann?

    Zentrale Aspekte der Digitalisierung sind der Datenschutz und die veränderte Rolle von uns Lehrerinnen und Lehrern, die bei allen Überlegungen mitzudenken sind. Wir müssen über Nutzungsvereinbarungen, Grenzen der Digitalisierung, Haftungsfragen und vor allen Dingen über Chancen der Digitalisierung in der beruflichen Bildung noch intensiver nachdenken, als wir es bislang schon getan haben.

    Der vlbs konnte Sven Mundry für die Leitung des AK „Digitalisierung“ gewinnen. Sven Mundry ist Schulleiter am Berufskolleg Uerdingen in Krefeld und hat sich schwerpunktmäßig während seiner gesamten Dienstzeit mit dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht beschäftigt. Am 27.11.2019 tagte der neue Arbeitskreis zum ersten Mal. Ziel ist es, den Prozess der Digitalisierung in der beruflichen Bildung kritisch-konstruktiv zu begleiten. „Wir wollen Stellung zu den verschiedenen Facetten der Digitalisierung beziehen und konstruktive Lösungen erarbeiten, die praxistauglich sind und so das Arbeiten der Kolleginnen und Kollegen an unseren Schulen beflügeln wird“, betonte Sven Mundry.