Der vlbs nimmt Stellung

zum FDP-Antrag: „Von der Kreide zur KI – ein Aktionsplan für alle nordrhein-westfälischen Schulen“ (Drucksache 18/16207)

Synopse


Kontext und Stellungnahme

  • Der vlbs NRW begrüßt die FDP-Vorlage „Von der Kreide zur KI – ein Aktionsplan für alle nordrhein-westfälischen Schulen“.
  • Berufskollegs stehen im Fokus: KI soll aktiv, verantwortungsvoll und praxisnah im Unterricht und in der Organisation integriert werden.
  • Telli wird als landeseigenes, datenschutzkonformes Tool gesehen, das eine einheitliche Infrastruktur für KI-gestützte Bildung bieten soll.

Positive Aspekte der Einführung von telli

  • Praxisnähe und Arbeitsweltbezug: KI gehört in moderne Arbeitswelten; Lernende sollen KI reflektiert, kritisch und produktiv nutzen können.
  • Datenschutzkonformität und Kostenfreiheit: Zentrales, rechtssicheres System entlastet Schulen und Lehrkräfte; erhöht Chancengerechtigkeit und digitale Souveränität.
  • Signaleffekt: KI wird als pädagogisches Werkzeug ernst genommen und als Teil der schulischen Infrastruktur betrachtet.

Kritische Punkte und Weiterentwicklungsbedarf

  • Zugang für Lernende: Nicht nur Lehrkräfte, sondern Lernende müssen gleichberechtigt Zugang erhalten; Doppel-Rollout für Lehrkräfte und Lernende ist erforderlich.
  • Token-Kontingent: Aktuelles monatliches Kontingent reicht nicht für sinnvollen Unterricht; Bedarf an mehr Ressourcen für kontinuierliche, prozessorientierte Formate.
  • Technischer Rückstand: telli liegt hinter marktüblichen Tools; Qualitäts-, Geschwindigkeits- und Funktionsdefizite führen zu Demotivation und Shadow-AI-Risiken.
  • Transparenz beim Token-Verbrauch: Fehlende Nachvollziehbarkeit der Ressourcenausgabe; Bedarf an klarer Anzeige und planbarer Nutzung.
  • Prüfungs- und Leistungsrecht: Unklarheit, wie KI in Klausuren/Prüfungen integriert werden soll; APO-BK deckt KI-Nutzung in Prüfungen nicht eindeutig ab.
  • Allgemeine Rahmenbedingungen: Notwendigkeit klarer curricularer, rechtlicher und organisatorischer Anpassungen.

Handlungsempfehlungen des vlbs

  • Doppel-Rollout: Zugang zu telli sowohl für Lehrkräfte als auch Lernende.
  • Erhöhung des Token-Kontingents: Realistisches Budget für regelmäßigen Unterrichtseinsatz, besonders im praxisnahen BK-Bereich.
  • Technische Weiterentwicklung von telli: Annäherung an marktübliche Standards in Qualität und Umfang.
  • Transparenz beim Ressourcenverbrauch: Klare Anzeige und Steuerung der telli-Points pro Aktion.
  • Regelungen zur Leistungsbewertung: KI-Einsatz in Klausuren/Prüfungen rechtssicher in APO-BK verankern.

Schlussbemerkung

  •  KI soll eine wirkliche, nicht nur symbolische Rolle im Schulalltag spielen: leistungsfähig, didaktisch fundiert und gut in Curricula verankert.
  •  Forderung nach konsequenter Weiterentwicklung von telli, ausreichender Finanzierung und klaren curricularen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen.

Hier geht es zu unserer Original-Stellungnahme

Düsseldorf, 28.01.2026
Sven Mundry, vlbs-Arbeitskreis Digitalisierung
Marc-Oliver Hohnen, vlbs-Ausschuss Lehrkräftebildung
Olaf Schmiemann, vlbs-Vorsitzender